Bauernhof-Exkursion

Die Landwirtschaftskammer Tirol versteht sich als dienstleistungsorientierte Drehscheibe rund um die heimische Landwirtschaft. Dies gilt sowohl für die bäuerlichen Mitglieder als auch für all jene, die an der Landwirtschaft interessiert sind. Die ungebrochene Nachfrage nach Betriebsbesichtigungen und Fachinformationen – sowohl für Bäuerinnen und Bauern, als auch für jene, die die Tiroler Landwirtschaft kennen lernen möchten – war Anlass genug, eine aufschlussreiche und einladende Homepage mit sehenswerten Bauernhöfen ins Leben zu rufen.

Urlaub am Bauernhof

Urlaub am Bauernhof in Tirol

In der Entwicklung des Tiroler Tourismus bahnt sich eine Trendwende an. Zuwächse werden insbesondere durch Gäste aus den zentral- und osteuropäischen Ländern verzeichnet. Erfreulich ist die Gesamtentwicklung bei den Mitgliedern von Urlaub am Bauernhof in Tirol. Rund 350 Mitgliedsbetriebe erzielen eine Jahresauslastung von 123 Vollbelegstagen und konnten das Vorjahresergebnis halten und sind um 59 Tage besser ausgelastet, als die gesamte bäuerliche Vermietung in Tirol (Jahresauslastung 64 Vollbelegstage). Das Marktpotential für Urlaub am Bauernhof wächst. In den „neuen“ Quellmärkten (Zentraleuropa) ist eine verstärkte Nachfrage spürbar. Die österreichweite Zusammenarbeit funktioniert bestens, die Landesorganisationen sind gut vernetzt. Die Tiroler Bäuerinnen und Bauern sind bereit in Innovationen, Bildung und zukunftsorientiertes Marketing zu investieren. Das Angebot für Urlaub am Bauernhof wird qualitativ ständig verbessert um den aktuellen Markterfordernissen zu entsprechen.

Schule am Bauernhof

Schule am Bauernhof

Das Wissen über Landwirtschaft, deren Funktionen und Aufgaben, über die vielfältigen ökologischen, ökonomischen und soziologischen Zusammenhänge ist in der nicht-landwirtschaftlichen Bevölkerung heute nicht mehr selbstverständlich. Was Kinder über Landwirtschaft wissen, stammt selten aus eigener Erfahrung, sondern vor allem aus TV, Büchern oder Spielen. Prägende sinnliche Erfahrungen fehlen den Kindern zumeist. Der Grundgedanke von Schule am Bauernhof ist, Landwirtschaft verstärkt erlebbar zu machen und den Bauernhof mit seinen idealen Voraussetzungen als Lernort zu nutzen. Durch den unmittelbaren Kontakt mit den Schülern haben die Bäuerinnen und Bauern dabei die Möglichkeit, ein realistisches Bild ihrer Arbeits- und Lebensweise zu vermitteln, die Besonderheiten der kleinstrukturierten, bäuerlichen Landwirtschaft aufzuzeigen, Verständnis für ihre Anliegen zu wecken und durch positive emotionale Erlebnisse eine Bindung der Konsumenten von morgen zu schaffen.

Ackerbau

Der Umbruch für agrarische Produkte am Weltmarkt geht an den Tiroler Futterbaubetrieben nicht spurlos vorüber. Das gilt insbesondere seit der Trendwende am Getreidemarkt. Nach Jahren mit niedrigen Preisen für Futtergetreide hat sich das Blatt gewendet. Die Nachfrage nach Biomasse vom Acker, Missernten nach Trockenheit, veränderte Verzehrgewohnheiten und die wachsende Nachfrage im asiatischen Raum setzen die Preise für Futtergetreide in Bewegung. Die Zeiten von Getreideüberschüssen sind vorbei. Seit acht Jahren übersteigt der weltweite Getreideverbrauch die jährliche Produktion. Die globalen Getreidelager sind geräumt. Die Getreidevorräte sind so knapp wie seit 30 Jahren nicht mehr. Höheren Erzeugerpreisen für Milch stehen höhere Gestehungskosten gegenüber. Mit ein Grund, das Augenmerk stärker auf den Futterbau am eigenen Betrieb zu lenken. Das Dauergrünland und der Feldfutterbau, aber auch Futtergetreide aus Eigenanbau erscheinen in neuem Licht. Getreide, vor allem im Hinblick auf den Zusatznutzen als Strohlieferant, und zur Auflockerung von Fruchtfolgen mit Erdäpfelbau. Die Preisentwicklung setzt auch hier neue Maßstäbe. Im Futterbau und im Anbau von Marktfrüchten eröffnen sich somit neue Chancen für die Tiroler Landwirtschaft.

Direktvermarktung

Die traditionellen Formen der Direktvermarktung (Ab Hof, Bauernmarkt) werden wieder mehr von den Konsumenten angenommen. Allerdings werden jene Betriebe, die sich für den Weg der Direktvermarktung entschlossen haben, immer professioneller. Umsatzzuwächse gibt es vor allem bei den Absatzschienen Zustelldienst, Geschenkservice und Buffetservice. Bäuerliche Buffets sind mittlerweile zum Aushängeschild für die Tiroler Landwirtschaft geworden. In dieser Vermarktungsform ist noch ein großes Potential vorhanden. 26 Bauernläden und 34 Bauernmärkte sind im Referat für Direktvermarktung registriert und rund 1.000 landwirtschaftliche Betriebe beschäftigen sich regelmäßig und intensiv mit der Vermarktung bäuerlicher Qualitätsprodukte.

Gemüsebau

Der Gemüsebau ist ein wichtiger Bestandteil der Tiroler Landwirtschaft. In der klimatisch günstigen Umgebung von Innsbruck beschäftigen sich etwa 90 bäuerliche Betriebe mit dem Anbau von Gemüse. Der jährliche Anbau hat sich in den letzten Jahren deutlich gesteigert und umfasst jetzt etwa 1.200 ha. Die wichtigsten Produkte sind: Salate, Radieschen, Kohlgemüse, Karotten und Porree. Die Vermarktung erfolgt zu etwa ¾ direkt an die Handelsketten, daneben sind die Belieferung von Händlern und Gastronomie, sowie der Verkauf auf Wochenmärkten wichtige Absatzwege. Die Anzahl der Betriebe hat sich in den letzten Jahren stabilisiert. Junge, gut ausgebildete Betriebsleiter sorgen für eine dynamische Entwicklung und den weiteren Bestand des Tiroler Gemüsebaus.

Zierpflanzenbau

Die Tiroler Gärtner bewirtschaften im Freiland knapp 60 ha, unter Glas über 20 ha. Die etwa 100 Betriebe sind damit ein wichtiger Bestandteil der Tiroler Landwirtschaft. Besondere Merkmale der Tiroler Gärtner sind ihre Kundennähe, die hohen qualitativen Ansprüche und ihre fachliche Qualifikation. Der Verband „Die Tiroler Gärtner“ hatte Ende des Jahres 86 aktive Mitglieder. Die Ziele des Verbandes sind die berufsständische Vertretung, die Koordination und Durchführung von Werbemaßnahmen, die Förderung des Zusammenhaltes unter den Gärtnern und deren Weiterbildung. Die Aktion „Qualität Tirol“ für Topfpflanzen unterstützt eine gemeinschaftliche Werbung der Tiroler Gärtner. Die 26 teilnehmenden Betriebe werden durch das Referat Zierpflanzenbau bezüglich der Umsetzung der Qualitätsrichtlinien und fachlicher Werbung beraten.

Obstbau

In Tirol befinden sich derzeit 145 Erwerbsobstbaubetriebe, welche eine Gesamtfläche von rund 200 ha bewirtschaften. Die Hälfte davon sind Äpfel. Erdbeeren und Zwetschken sind wichtige Obstarten ebenso wie Birnen, Marillen und verschiedenes Beerenobst. Die vorhandenen Mittelgebirgslagen zeichnen sich durch besondere Obstqualitäten aus. Intensiv ausgefärbte und knackige Äpfel, überaus aromatische Zwetschken, sowie geschmacklich hervorragende Erdbeeren werden in diesen klimatisch begünstigten Anbaugebieten geerntet. Im Erdbeeranbau bringen diese Lagen überdies noch eine natürliche Ernteverspätung, welche die Erdbeersaison verlängert. Das erzeugte Obst wird am heimischen Markt über den lokalen Handel und auch durch Ab Hof-Verkauf an den Kunden abgesetzt. Mit den bisher angebauten Flächen kann bei weitem nicht die gesamte Nachfrage des Handels bedient werden. Da die derzeitigen Betriebsstrukturen die erforderliche Ausweitung nur bedingt möglich machen, sind Neueinsteiger erwünscht.

Biolandbau

Dank der steigenden Nachfrage nach Bioprodukten, konnten immer mehr biologisch erzeugte Produkte als solche vermarktet werden. Das machte sich auch in Tirol bemerkbar. So dehnte etwa die Tirolmilch ihre Biomilchsammlung aus. Einige Biobauern, die einen Ausstieg überlegt hatten, sahen neue Perspektiven und wirtschaften weiterhin biologisch. Trotzdem nahm die Zahl der Biobauern mit Jahreswechsel ab. Aufgrund der allgemein hohen Nachfrage nach Bioprodukten, kam es bereits zu Jahresbeginn zu Engpässen am Futtermittelmarkt. Auch die neue Ernte konnte die Nachfrage nicht voll befriedigen. In diesem Bereich gab es verstärkt Beratungsbedarf. Mit Jahresende lief die 5 %-Ausnahme für den Einsatz konventioneller Futtermittel aus. Das Bioreferat wies in der zweiten Jahreshälfte immer wieder auf die zu erwartende Richtlinienänderung hin. Laut ÖPUL-Vorgaben müssen Bio-Neueinsteiger einen Biogrundkurs im Ausmaß von 15 Stunden absolvieren.

Tiere

Die Tierzucht hat in Tirol einen sehr hohen Stellenwert. Aufgrund der geographischen und klimatischen Gegebenheiten stehen Wiederkäuer und Rauhfutterverzehrer im Mittelpunkt. Intensivtierhaltung, vornehmlich im Bereich der Schweine- und Geflügelproduktion europaweit üblich, gibt es in Tirol nicht.

Die Betriebsstrukturen sind sehr ungünstig und so werden mehr als 60 % der Höfe im Nebenerwerb bewirtschaftet. Die Produktionskosten liegen in unserem Land großteils weit über den europäischen Standartwerten. Neben den Abgeltungen der Wirtschaftserschwernisse durch Förderungen setzt die heimische Tierproduktion speziell auf Nachhaltigkeit und Qualität. Die Tiroler Tierzüchter sind hervorragend organisiert. Über 80 % der Rinderhalter und ca. 60 % der Schafhalter sind in Zuchtverbänden zusammengeschlossen. Leistungskontrolle, Zuchtwertschätzung, und gut organisierte Zucht- und Gesundheitsprogramme sind wesentliche Eckpfeiler für eine weitere Qualitätsverbesserung. So können unsere Bauern mit ihren Produkten zunehmend mehr bei den heimischen Konsumenten punkten und darüber hinaus im Export schöne Erfolge erzielen.

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